CLARA - Ambulanter Ökumenischer
Kinder- und Jugendhospizdienst
Mannheim

"Blick in das Private"

Über eine feierliche Beauftragung im Ökumenischen Bildungszentrum sanctclara läuteten Caritas und Diakonie das Engagement von siebzehn neuen ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern ein. Davon haben sich fünf dazu entschieden, im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst CLARA mitzuarbeiten, zwölf werden sich im ambulanten Hospizdienst für Erwachsene engagieren. Im Rahmen eines Gottesdienstes begrüßten Vorstand und Direktion beider Träger die Ehrenamtlichen und überreichten ihnen deren Zertifikate. Ihre neue Aufgabe: die Begleitung von schwerstkranken, sterbenden und trauernden Erwachsenen und Kindern sowie deren Familien.


Hospizarbeit ist Beziehungsarbeit
Psychosoziale Begleitung von Familien und Angehörigen schwerstkranker oder trauernder Kinder und Jugendlicher oder Erwachsener erfordert eine gute Vorbereitung, intensive Ausbildung, aber vor allem auch eine innere Bereitschaft für Beziehungsarbeit. Josefine Lammer, Leiterin der Hospizdienste, dazu: „Hospizarbeit ist Beziehungsarbeit. Ein Mensch lässt Sie als Begleiter teilhaben an den Gedanken, Erinnerungen, seinen Hochs und Tiefs, am Schweigen, an einem Teil seines Lebens.“ Eine Kerze als Symbol für Wärme und Kraft überreichte sie allen Ehrenamtlichen. Auf deren neuem Weg solle sie ihnen auch in schweren Zeiten Licht schenken. Seit Frühjahr 2019 durchliefen die Ehrenamtlichen sechs Vorbereitungswochenenden zu den Themen Abschied, Sterben und Tod, Trauer, Selbstreflexion, Wahrnehmung und Kommunikation, Rituale und Spiritualität. Auch Vortragsabende mit geladenen Gastdozenten ergänzten das Ausbildungsprogramm. In einem Praktikum von 40 Stunden konnten die Teilnehmenden bereits erlerntes theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Durchgeführt haben die Qualifizierung die beiden Hospizdienste mit Unterstützung durch externe Referentinnen und Referenten. Die neuen Ehrenamtlichen werden nun offiziell in ihr Amt entlassen. Dabei erhalten sie fachliche Unterstützung in Form von Supervision und sind daneben eng an das Team der beiden Hospizdienste angebunden. Weitere Fortbildungen im Laufe ihrer Tätigkeit sind selbstverständlich.

 

 

In guten Händen wissen
Auch Diakonie-Direktor Michael Graf sieht in der Begleitung eine wichtige Komponente in der Hospizarbeit. „Es gibt so viele Fragen zum Thema Tod und Sterben, auf die wir keine Antworten haben“, so Graf. „Eine Gewissheit können wir den Sterbenden aber dennoch geben, es gibt Menschen, die für sie da sind, die sie begleiten, sie nicht alleine lassen, ihnen Ruhe und Kraft geben.“ Graf dankte auch im Namen der Caritas-Vorständin Regina Hertlein allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement und die Zeit, die sie den Menschen schenken.
Die 25-jährige Germanistik-Studentin, die nun für den Erwachsenenhospizdienst arbeitet, berichtet: „Mich haben Menschen schon immer fasziniert, aber auch das Thema Sterben und Tod neugierig gemacht. Ich möchte den Menschen beiseite stehen und ihnen Kraft schenken.“

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