Kinder- und Jugendhospizdienst CLARA beauftragt sechs neue Ehrenamtliche

- 08.10.2026 - 

„Mit dir an meiner Seite“

Nach neun Monaten Qualifizierung sind sechs neue Ehrenamtliche für den Ökumenischen Kinder- und Jugendhospizdienst CLARA offiziell beauftragt worden. Sie werden künftig Kinder, Jugendliche und Familien in schweren Zeiten begleiten.

Feierliche Beauftragung der neuen Ehrenamtlichen mit Josefine Lammer (links) und Hansjörg Tenbaum und Andreas Weisbrod (rechts). 
„Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss.“, Mit diesen Worten begrüßte Hansjörg Tenbaum, stellvertretender Direktor der Diakonie Mannheim, die sechs neuen Ehrenamtlichen bei ihrer Beauftragung im Ökumenischen Bildungszentrum sanctclara. „Sie alle tragen dazu bei, Familien wirksam zur Seite zu stehen“, sagte er und dankte ihnen für ihre Bereitschaft, Menschen in einer unvermeidbaren und schweren Situation beizustehen – in Krankheit, im Sterben und in der Trauer. Auch Schuldekan Andreas Weisbrod würdigte das Engagement: „Sie machen sich auf den Weg, wo Trost schwer zu finden ist.“ Die Ehrenamtlichen begleiteten Familien auf ihrem Weg durch schwierige Zeiten, seien da und gingen ein Stück mit.
 
„Hospizarbeit ist Beziehungsarbeit“
 
CLARA-Leiterin Josefine Lammer betonte die besondere Qualität der Aufgabe: „Hospizarbeit ist Beziehungsarbeit.“ Ein Mensch lasse die ehrenamtlich Begleitenden an seinem Familienleben teilhaben – das sei etwas Besonderes. „Treten Sie in Beziehung. Seien Sie mutig und gehen Sie mit offenen Herzen“, gab sie den neuen Ehrenamtlichen mit auf den Weg.

Dass es genau diese persönliche Beziehung ist, die ihre Aufgabe ausmacht, berichteten auch die Ehrenamtlichen selbst. Eine der neuen Begleiterinnen ist ausgebildete Kinderkrankenschwester. Schon lange habe sie beschäftigt, wie wenig offen über den Tod von Kindern gesprochen werde – auch mit Blick auf Eltern und Angehörige, die mit dem Tod eines Kindes oder einer Totgeburt umgehen müssen. Als Ehrenamtliche möchte sie dazu beitragen, dass offen über Tod und Trauer gesprochen werden kann und Rituale des Abschieds ihren Platz bekommen.
Eine andere Ehrenamtliche ist Juristin. Sie begleitet bereits einen Jungen, der im vergangenen Jahr seine Mutter verloren hat. Gemeinsam unternehmen sie Ausflüge, gehen zum Beispiel in die Kletterhalle und verbringen Zeit miteinander. Manchmal spreche der Junge über seine Trauer, manchmal erinnere er sich. „Ich bin einfach da und höre zu“, beschreibt sie ihre Aufgabe.
 
Neun Monate Vorbereitung
 
Der Beauftragung ging eine intensive neunmonatige Qualifizierung voraus. In sechs Vorbereitungswochenenden beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Abschied, Sterben und Tod, Trauer, Selbstreflexion, Wahrnehmung und Kommunikation, Ritualen und Spiritualität. Ergänzt wurde die Ausbildung durch
Vortragsabende mit externen Referentinnen und Referenten. In einem 20-stündigen Praktikum konnten die Teilnehmenden ihre theoretischen Kenntnisse bereits in der Praxis erproben.
 
Qualifizierung mit starken Kooperationspartnern
 
Josefine Lammer dankte den Kooperationspartnern, die die Qualifizierung unterstützt haben, darunter der Kinderklinik des Universitätsklinikum Mannheim, der Schlossschule Ilvesheim, dem Kinderpalliativteam Rhein-Neckar und weiteren Einrichtungen.
Mit der Beauftragung beginnt nun die praktische Tätigkeit als ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter bei CLARA. Dabei bleiben die Ehrenamtlichen eng an das hauptamtliche Team angebunden. Fachliche Unterstützung, Supervision und weitere Fortbildungen begleiten sie auch während ihrer Tätigkeit.
 
Über CLARA

Der Ökumenische Kinder- und Jugendhospizdienst CLARA wird von der Diakonie Mannheim getragen und begleitet Kinder, Jugendliche und ihre Familien in Zeiten von Krankheit, Sterben, Tod und Trauer. Ein Team aus haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden steht den Familien verlässlich zur Seite. Infos unter: https://www.kinderhospizdienst-mannheim.de/, 28000-351, E-Mail: oek.kinderhospizdienst.mannheim@diakonie.ekiba.de